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Traumatherapie Lüneburg – PTBS Behandlung

Verhaltenstherapeutische Behandlung von Traumafolgestörungen in Lüneburg

Inhalt – Lesedauer: 15 Minuten

Belastende Erfahrungen wirken oft länger nach, als es von außen sichtbar ist. Viele Patient:innen beschreiben, dass bestimmte Erinnerungen unerwartet wieder auftauchen oder dass sich eine dauerhafte innere Anspannung entwickelt. Andere berichten eher von Rückzug oder dem Gefühl, emotional weniger erreichbar zu sein. Im Alltag zeigt sich dann, wie stark solche Erfahrungen das Erleben, Denken und Verhalten prägen können.

In meiner Praxis für Traumatherapie in Lüneburg arbeite ich mit Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie, die sich in der Behandlung von Traumafolgestörungen bewährt haben. Hierbei binde ich meine Erfahrungen aus der Beratungungsarbeit von Betroffenen von Gewalt- und Straftaten mit ein. Ziel ist es, einen Zugang zu belastenden Erfahrungen zu ermöglichen, ohne dabei zu überfordern, und gleichzeitig neue Wege im Umgang mit den eigenen Reaktionen zu entwickeln.

Was ist ein psychisches Trauma

Ein psychisches Trauma entsteht, wenn eine Situation als stark bedrohlich oder überwältigend erlebt wird und die vorhandenen Bewältigungsmöglichkeiten nicht ausreichen. Dabei spielt die persönliche Verarbeitung eine zentrale Rolle. Ähnliche Erfahrungen können bei unterschiedlichen Menschen zu sehr verschiedenen Reaktionen führen.

Typische Auslöser sind:

• Unfälle oder medizinische Notfälle
• Gewalt oder Bedrohungserfahrungen
• Verluste oder plötzliche Lebensereignisse
• länger andauernde emotionale Belastungen

In der Folge können sich wiederkehrende Erinnerungen, innere Unruhe oder ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten entwickeln. Viele dieser Reaktionen sind zunächst verständlich, können jedoch langfristig zu einer spürbaren Einschränkung im Alltag führen.

Diagnostik von PTBS und komplexer PTBS

Wenn Beschwerden über längere Zeit bestehen bleiben, kann eine diagnostische Einordnung sinnvoll sein. Grundlage sind unter anderem die Kriterien internationaler Klassifikationssysteme sowie Empfehlungen von Fachgesellschaften wie der Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde und der Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie.

Posttraumatische Belastungsstörung

Die Posttraumatische Belastungsstörung ist durch ein Zusammenspiel aus Wiedererleben, Vermeidung und anhaltender innerer Anspannung gekennzeichnet. Betroffene berichten zum Beispiel von Flashbacks oder belastenden Träumen und versuchen gleichzeitig, Situationen zu umgehen, die Erinnerungen auslösen könnten. Wichtig ist, zudem die Diagnose abzugrenzen zu anderen Krankheitsbildern wie zum Beispiel Depressionen.

Typische Merkmale sind:

• wiederkehrende belastende Erinnerungen oder Albträume
• Vermeidung von Gedanken, Gesprächen oder Orten
• anhaltende innere Anspannung und erhöhte Reizbarkeit

Komplexe PTBS

Bei der komplexen PTBS stehen längerfristige Veränderungen im Erleben im Vordergrund. Diese treten häufig nach wiederholten oder anhaltenden Belastungen auf. Neben den klassischen Symptomen zeigen sich oft Schwierigkeiten in der Emotionsregulation, ein negatives Selbstbild und Unsicherheiten im zwischenmenschlichen Bereich.

Häufige Aspekte sind:

• Schwierigkeiten, Gefühle zu regulieren
• ein dauerhaft negatives Selbstbild
• Probleme in Beziehungen und im Vertrauen zu anderen

Verhaltenstherapeutische Traumatherapie in Lüneburg

Die verhaltenstherapeutische Traumatherapie folgt einem klaren, nachvollziehbaren Vorgehen und wird gleichzeitig individuell angepasst. Viele Patient:innen erleben es als entlastend zu verstehen, warum bestimmte Symptome auftreten und wie sie zusammenhängen.

Zu Beginn steht häufig die Stabilisierung. Dabei geht es darum, einen besseren Umgang mit Anspannung, belastenden Gedanken oder inneren Bildern zu entwickeln.

Zentrale Bausteine sind:

• Techniken zur Emotionsregulation und Stabilisierung
• schrittweise Bearbeitung belastender Erinnerungen
• Reduktion von Vermeidungsverhalten
• Überprüfung und Veränderung belastender Überzeugungen

Ein zentraler Bestandteil ist die Exposition. Die Erinnerung wird dabei schrittweise und unter therapeutischer Begleitung aufgearbeitet. Ziel ist es, dass die emotionale Intensität nachlässt und das Erlebte besser eingeordnet werden kann.

In der Praxis zeigt sich meist ein Verlauf in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten. Nach einer diagnostischen Einordnung und Zielklärung folgt eine Phase der Stabilisierung. Daran schließt sich die eigentliche Verarbeitung an, bevor die erreichten Veränderungen gefestigt und in den Alltag übertragen werden.

Typischer Ablauf:

• Diagnostik und Zielklärung
• Stabilisierung und Ressourcenaufbau
• Traumabearbeitung
• Integration und Rückfallprophylaxe

Auch wenn diese Struktur Orientierung bietet, wird das Vorgehen flexibel angepasst. Tempo und Tiefe richten sich nach der individuellen Situation.

Spezialisierte Verfahren der Traumatherapie

Neben der Verhaltenstherapie gibt es eine Reihe spezialisierter Verfahren, die in der Traumabehandlung eingesetzt werden.

Dazu gehören unter anderem:

EMDR
Imagery Rescripting
Narrative Expositionstherapie
• körperorientierte Ansätze

Diese Verfahren werden häufig in spezialisierten Einrichtungen und Therapeut:innen angewendet und können je nach Ausgangslage sinnvoll sein.

In meiner Praxis liegt der Schwerpunkt auf einer verhaltenstherapeutisch fundierten Behandlung. Einzelne Elemente aus anderen Verfahren können bei Bedarf einbezogen werden, eine ausschließliche Durchführung dieser spezialisierten Methoden erfolgt jedoch nicht.

Wann ist eine Traumatherapie sinnvoll

Eine Abklärung kann sinnvoll sein, wenn:

• belastende Erinnerungen immer wieder auftreten
• bestimmte Situationen vermieden werden
• eine anhaltende innere Anspannung besteht
• Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen auftreten

Gerade wenn Beschwerden über längere Zeit bestehen, kann eine therapeutische Begleitung dazu beitragen, einen neuen Umgang mit den Erfahrungen zu entwickeln.

Kontakt und Erstgespräch

Ein Erstgespräch bietet die Möglichkeit, die eigene Situation in Ruhe zu schildern und gemeinsam zu überlegen, ob eine traumatherapeutische Behandlung sinnvoll ist. Dabei geht es zunächst um Orientierung und eine erste Einschätzung. Hinweise für privat versicherte Patient:innen: Private Psychotherapie Lüneburg sowie andere Hinweise zu finden von Psychotherapie: Liste Psychotherapeuten Lüneburg

Quellen

American Psychiatric Association. (2013). Diagnostic and statistical manual of mental disorders (5th ed.). Washington, DC: Author.

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. (2019). S3 Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung. Berlin: DGPPN.

Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie. (2016). Leitlinien und Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung von Traumafolgestörungen. Berlin: DeGPT.

World Health Organization. (2019). International classification of diseases (11th ed.). Geneva: WHO.